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Abrechnung auf Neuwagenbasis erfordert "erhebliche" Beschädigung

OLG Hamm - Eine Abrechnung auf Neuwagenbasis kann ein Autobesitzer von einer Versicherung nur dann verlangen, wenn das Auto "erhebliche" Beschädigungen aufweist und zudem höchstens 1.000 Kilometer gelaufen ist.

In dem vom OLG Hamm entschiedenen Fall war das Auto der Klägerin von einem anderen Fahrzeug seitlich gestreift worden. Der Wagen der Klägerin war erst sechs Tage alt und erst 644 Kilometer gelaufen. Deshalb wollte die Klägerin sich nicht mit einer Reparatur der zerkratzten Türen zufrieden geben, sondern verlangte von der gegnerischen Versicherung den Neuwagenpreis Zug um Zug gegen Herausgabe des beschädigten Wagens.
Dies lehnte die gegnerische Versicherung jedoch ab und beharrte auf einer Regulierung lediglich des Reparaturschadens in Höhe von ca. 2.500 Euro.

Das OLG Hamm gab der gegnerischen Versicherung Recht. Zwar war unstreitig, dass es sich prinzipiell um ein neuwertiges Fahrzeug handelte (Anm.: Grenze üblicherweise bei 1.000 Kilometer Laufleistung). Jedoch scheiterte eine Abrechnung auf Neuwagenbasis nach Auffassung der Richter daran, dass der Schaden nicht "erheblich" war.

Die Schadensregulierung müsse auch dem Gebot der Wirtschaftlichkeit folgen. Da sich vor-liegend der Schaden durch den bloßen Austausch der zerkratzten Türen sowie geringfügige Restarbeiten spurenlos habe ausgleichen lassen, könne gerade nicht festgestellt werden, dass das Auto bei dem Unfall "erheblich" beschädigt wurde und ein Ausgleich auf Neuwa-genbasis gerechtfertigt sei. Bloße "Unlustgefühle" des verärgerten Besitzers seien insoweit nicht ersatzfähig. OLG Hamm (Az. 9 U 49/01)

Mitgeteilt von Rechtsanwalt Stefan Loske


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