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Inlineskating: Haftung für Unfall mit Radfahrer bei Geisterfahrt

OLG Hamm - Ein Inline-Skater, der auf einem Wirtschaftsweg auf der für ihn linken Fahrbahnseite läuft und dabei einen Unfall mit einem Radfahrer verursacht, trägt die alleinige Unfall-Schuld.

In der Freizeit unternehmen viele Menschen eine Radtour oder sie gehen zum Inlineskaten. Häufig bevorzugen Radler und Skater die gleichen Strecken und es kommt hin und wieder zu kniffligen Situationen. Ereignet sich dabei ein Unfall, so wird später oft vor Gericht über die Schuldfrage gestritten.

Eine Radfahrerin befuhr einen Wirtschaftsweg auf der rechten Straßenseite. In einiger Entfernung näherten sich zwei Inline-Skaterinnen, die nebeneinander herfuhren und sich angeregt unterhielten. Die Skaterin auf der linken Straßenseite war durch das Gespräch so abgelenkt, dass sie die entgegenkommende Radlerin zu spät bemerkte. Sie versuchte noch, der Radfahrerin zur Fahrbahnmitte hin auszuweichen, jedoch vergeblich. Beide prallten heftig zusammen. Die Radfahrerin stürzte und erlitt schwere Kopfverletzungen.

Vor Gericht stritten die beiden Frauen später darüber, wer für den Unfall verantwortlich war. Das OLG Hamm entschied, dass die Skaterin die alleinige Schuld trage. Grundsätzlich müssten alle Verkehrsteilnehmer das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme beachten. Hiergegen habe die Skaterin verstoßen. Wenn sie schon die linke, also die falsche Fahrbahnseite benutzte, so die Richter, dann hätte sie ganz besonders darauf achten müssen, ob ihr dort andere Verkehrsteilnehmer entgegenkämen. Wäre sie aufmerksamer gewesen, dann hätte sie die Radlerin auch rechtzeitig gesehen und ihr ausweichen können. Darüber hinaus sei die Skaterin auch deshalb zu erhöhter Aufmerksamkeit verpflichtet gewesen, weil sie neben ihrer Begleiterin hergefahren sei und beide zusammen die Straße in ihrer gesamte Breite eingenommen hätten. Bei Gegenverkehr hätte sie sich vor oder hinter ihrer rechts fahrenden Begleiterin einordnen und dem Entgegenkommenden Platz machen müssen. OLG Hamm ( Az. 6 U 63/00)

Mitgeteilt von Rechtsanwalt Stefan Loske


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